Spam
Betrug oder Eigenschuld?
Seit Jahren steigen die Zahl versendeter Spammails. „Begnügten sich früher die bekannten Firmen darauf die Werbung per Post zu senden, erkannte man schnell das Potential von Werbeemails.
Die Methoden hierbei werden jedes Jahr perfekter. Der Gesetzgeber ist in diesem Feld seit jahren eindeutig zu langsam aktiv. Zwar werden beinahe jährlich die Gesetze verschärft, doch finden die Firmen immer wieder neue Methoden. Auch wird ein großer Teil der Daten illegal über das Ausland verarbeitet. Doch was soll man als Anwender dagegen tun? Nun, tatsächlich gibt es einiges zu beachten wenn man nicht in dieses System fallen will.
Als erstes mal müssen seit 2009 Firmen die für Werbung anrufen ihre Telefonnummer übertragen – leider ist diese häufig falsch und die Mitarbeiter telefonieren unter falschen Mitarbeiternamen. Das einzige was hier hilft ist dem Bearbeiter dazu aufzufordern die Daten zu löschen und weitere Anrufe zu verbieten. In der Regel halten sich seit neuestem die Anbieter daran da die Strafen stark erhöht wurden. Der Markt mit persönlichen Daten ist zum Geschäftsfeld geworden – eine Branche ist entstanden.
Schon immer hatten Firmen ein Interesse daran möglichst viel über ihre Kunden zu kennen. Doch woher wissen diese Firmen das ich Laptops am liebsten von Apple mag, als Beispiel...?
Eine Methode hierfür sind unter anderem „kostenlose“ Gewinnspiele bei denen teure Gewinne versprochen werden. Die dadurch ermittelten Daten nutzen Firmen und schließen darauf auf die Interessen der Kunden zurück. Bei einem Gewinnspiel bringt das natürlich nicht viel, aber diese Firmen veranstalten jährlich Tausende Gewinnspiele. Eine weitere Methode zur Ermittlung von Daten ist das Umfragesystem. Hier werden dem Kunden einige sehr genaue Fragen gestellt (persönliche Verhältnisse, Hobbys, Interesse, Job, Einkommen, Ausgaben). Die Firmen nennen dieses Daten sammeln auch Profiling da für jeden Kunden ein Profil angelegt wird. Firmen wie Otto (Schober Group, gehört zu Otto) nutzen diese Daten dann um einen persönlichen „Massennewsletter“ zu senden wo für jeden Kunden individuelle Angebote sind. So wird zum Beispiel bei einem Kunden der sich für Technik interessiert Fernseher 30% günstiger angeboten, während bei Modebewussten Frauen Mode für 40% billiger angeboten wird. Forschungen haben ergeben das Kunden eher bereit sind Geld auszugeben, wenn die Firmen die Wünsche bereits kennen und ihnen persönliche, individuelle Angebote unterbreiten.
Eine gänzlich andere Art des Spams findet in Foren statt: automatisierte Programme schreiben Millionen von Beiträgen mit dem Ziel ahnungslose Besucher zum Abschluss ungünstiger Kaufverträge zu bewegen - bekanntestes Beispiel sind billige Viagra-Imitate. Dergleichen "Werbemaßnahmen" finden sich im Börsen Forum glücklicherweise nicht.
Auch verkaufen die meisten SocialNetwork-Communitys (Schueler.cc, diverse VZ-Portale, Faceboo, MySpace) die persönlichen Daten. Daher sollte man nicht nur aufpassen wo man sich überall anmeldet (Tipp:Vorher Datenschutzbestimmungen durchlesen), sondern auch acht geben was für Daten man eingibt. Dies ist nicht nur für den Datenschutz wegen Spam wichtig, sondern weil auch der (zukünftige) Arbeitgeber dieses Profil sehen könnte und dies hat schon oft mehr als einen Job oder Schadenersatzzahlung gekostet.
So darf sich am Ende natürlich niemand wundern wenn er täglich seine 50 - 100 Spammails bekommt wenn er bei Gewinnspielen, Umfragen und großen Versandhändlern teilnimmt oder bestellt. Das austragen aus diesen Firmen erweist sich meist als sehr schwer da die persönlichen Daten schnell weitergereicht werden.