Webshops
Der eigene Online-Shop
Viele Internetuser träumen von einem eigenen Webshop. Dies ist bereits seit einiger Zeit kein Problem mehr. Denn mehr als 30 Euro braucht man dafür nicht – Theoretisch.
Dieser Bericht soll aufzeigen welche Stärken und welche Schwächen ein Webshop hat, wo die Gefahren lauern und was zu beachten gilt.
Viele Kleinunternehmer scheitern bereits in den ersten 8 Wochen und immer sind es die gleichen Gründe. Zu hohe Wartungskosten, kein Geld für Investitionen und Outsorcing, schlechte Buchführung sowie die Wahl des falschen Webshops. Wer dann noch denkt er könnte das Finanzamt hintergehen kann seinen Laden direkt zumachen.
Wer also vorhat einen eigenen Webshop zu eröffnen sollte sich bereits vor der Gewerbeanmeldung nach der richtigen Software umschauen – denn diese Entscheidet oft über Existenz oder Existenzverlust.
So gibt es mehrere Shoplösungen, teils für Geld, teilweise kostenlos. Die kostenlosen Systeme werden über das sogenannte GPL-System vertrieben – eine Änderung ist hier ausdrücklich erlaubt.
Doch kostenlos bedeutet nicht umsonst.
So fallen bei den kostenlosen Systemen meistens Supportgebühren an oder zusätzliche (oft zwingend notwendige) Module kosten extra. Natürlich haben die OpenSource-Modelle Foren wo sich meist eine breite Anzahl an Unterstützern und Entwicklern findet. So kann man hier oft für wenige, günstige Euro sich die Module entwickeln lassen. OpenSource ist heutzutage ein immer mehr etablierter und sehr lukrativer Markt. Lukrativ für den Hersteller als auch den Kunden.
Da der Hersteller der Software immer schauen muss das seine Kunden zufrieden sind wird er sich schnellstmöglich um Bugfixes, also Beseitigung von Fehlern bemühen um sich Folgeaufträge zu sichern. Die wohl bekanntesten Shopsysteme zur Zeit sind Gambio, osCommerce und XTCommerce.
Als nächstes muss nach einem Buchhaltungsprogramm gesucht werden. Entweder man investiert viel Geld und sucht sich eins mit Importfunktion (damit dies dem Webshop automatisiert zusammenarbeitet), oder man schreibt die Buchhaltung manuell was durchaus am sinnvollsten sein kann. Dazu kommen noch Programme für Lagerwirtschaft sowie Kundenverwaltung (ein umfangreiches Adressbuch). Dann wird noch ein ordentliches Supportprogramm benötigt um für seine Kunden „Tickets“ anlegen zu können wenn diese eine Frage haben. So kann auch in Zukunft auf das alte Ticket zurückgegriffen werden und Sie wissen sofort worum es geht. Der Kunde wird es Ihnen danken. Und Sie sparen sich Zeit, Geld und Nerven.
Wer all diese Programme gekauft hat (Dies geht auch vor Gewerbeanmeldung, auf der Steuererklärung lässt sich so etwas in der Eröffnungsbilanz unterbringen), kann sich nun auf die Suche nach einer Webagentur machen die sowohl Design als auch Programmierung kann. Denn:Die richtige Einstellung eines Webshops ist sehr umfangreich und kann schnell ein paar Tausend Euro kosten. Auch wissen diese Agenturen meistens die rechtlichen Grundlagen genauer da sie dies öfter machen. Als Beispiel sei hier nur genannt: Impressumspflichten, Preisangabenverordnung, Preisbindungspflicht (Bücher, Medikamente), Altersschutz (Waren ab 18), Datenschutzerklärung, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB).
Jedoch heißt es bei den drei letztgenannten Punkten Vorsicht walten lassen. Hier empfiehlt es sich zu einem profesionellen Anwalt zu gehen und sich von diesem die AGB sowie die Datenschutzerklärung verfassen zu lassen. Denn auf der Gegenseitige warten zur Zeit tausende Anwälte darauf Websitebetreiber abzumahnen. Dies ist zur Zeit noch legal, Gerichte versuchen dies aber bereits einzudämmen indem die Abmahngebühren gesenkt werden.
Wer nun soweit ist kann sich auf die Suche nach dem passenden Webspaceaccount, bzw. dem passenden Server und der richtigen Domain suchen.
So muss bereits im Voraus überlegt werden ob der Webshop lediglich ein paar hundert Kunden im Jahr ansprechen soll, die dafür auch kaufwillig sind (hohe Abschlussraten) oder ob es sich um einen Webshop handelt der zwar einige hunderttausend Besucher im Jahr hat aber nur wenige Abschlüsse (niedrige Abschlussrate). Dementsprechend anders ist natürlich die Last für den Server, also den Computer der die Last aufnehmen muss. Zeitgleich muss nach einer guten Domain (www.beispielname.de) gesucht werden der möglichst das entsprechende Keyword, also das Hauptthema das Sie verkaufen wollen beinhaltet. Dies hat Suchmaschinentechnische Gründe. So wird ein Schuhshop in Suchmaschinen besser gefunden mit der Domain www.beispielschuhshop.de als unter www.beispielmodeshop.de.
Alternativ oder als Ergänzung kann man auch auf die Domain & eine eigene Webseite verzichten und seine Produkte bei den Kleinanzeigen einstellen - durchaus auch geeignet um zu überprüfen ob denn überhaupt Nachfrage an den angebotenen Waren bzw. Dienstleistungen besteht.
Ist die Domain gefunden, der Server gemietet und der Designer am entwickeln kann es zum Gewerbeamt gehen. Eine Anmeldung kostet meist zwischen 15 und 30 Euro und ist in wenigen Minuten vollzogen. Außer einem Personalausweiß wird hier nichts weiter benötigt. Ausländische Firmengesellschaften (Britische Limited) sind in Deutschland zwar Rechtsgültig (Vorsicht: Es wird eine Deutsche Niederlassung benötigt) aber sie genießt einen deutlich schlechteren Ruf.
Nach wenigen Tagen bekommen Sie dann Post vom Finanzamt und je nach Branche noch von der IHK sowie der Knappschaft und anderen Ämtern und Firmen. Wenn sie weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz erwarten ist die Umsatzsteuerbefreiung sinnvoll. Denn: Es wird lediglich eine Einnahmen / Ausgaben – Rechnung als Jahresabschluss benötigt. Bei der Umsatzssteuer ist die doppelte Buchfühung zwingend erforderlich.
Marketingmaßnahmen lassen sich am besten durchführen wenn ein paar Zeilen an die Presse geschrieben werden mit einer Pressemeldung sowie Flyern und ähnlichem. Dies hängt natürlich auch mit der jeweiligen Branche zusammen.
Wer diese einfachen Regeln beachtet, hat schon einige Stolpersteine auf dem Weg zu einem erfolgreichen Webshop umgangen.